• Frank Waible

Wie schafft es eine Firma, dass Mitarbeiter stolz auf sie sind?

Veränderungsprojekte finde ich immer spannend, im speziellen, wenn Auftraggeber nicht wissen, wie es weiter geht? Einer meiner Kunden macht regelmäßig Mitarbeiterbefragungen. Bei der Frage: „Bin ich stolz auf meine Firma und würde ich sie weiterempfehlen?“ erreichte die Gruppe der Mitarbeiter unter 30 Jahren einen geringeren Wert, als die älteren Mitarbeiter.


Anstatt eine Lösung im Führungskreis zu finden, wurde die betroffene Gruppe gefragt. Hierfür wurde ein Design Thinking Prozess benutzt. In 4 Workshops wurden von etwas 60% der Gruppe 8 Prototypen kreiert. Diese Prototypen wurden anschließend verfeinert und in einer Prototypen Präsentation mit Feedbackrunden allen unter Dreißigjährigen vorgestellt. Gemeinsam wurde entschieden drei Prototypen dem Vorstand vorzustellen.


In einer Präsentation vor den Vorstand wurden zwei Prototypen genehmigt und umgesetzt. Der gesamte Prozess dauerte 6 Monate und die hier nicht näher spezifizierten Prototypen wurden angenommen und sind gut etabliert.


DesignThinking Prototype - Tagesablauf

Meine Learnings':

  • Trotz guter Kommunikation, die Zielgruppe der unter Dreißigjährigen für die Workshops zu gewinnen, haben nur 60% an den Workshops teilgenommen. Auch wenn die Erwartung höher war, sahen jedoch ca. 80% der Gruppe die Prototypen Präsentation und entschieden mit.

  • Es war interessant zu sehen, was die dahinterliegenden Bedürfnisse der unter Dreißigjährigen waren, die sich in den Prototypen ausdrückten:

- Gleichbehandlung & Fairness im Umgang mit Vertrauensarbeitszeit

- Mehr Selbstorganisation, weniger „Micro-Management“

  • Ich fand es großartig, dass sich der Auftraggeber (aus der Banken- und Versicherungsbranche!), sich auf diesen offenen und und für die Branche innovativen Prozess eingelassen hat.

Mitarbeiter sind auf Ihre Firma stolz, wenn sie sich einbringen können, ihre Ideen von dem Erarbeiteten umgesetzt werden und nicht für den Papierkorb sind. Nicht überraschend, doch es zeigte mal wieder, dass, wenn Führungskräfte den Rahmen geben, einbezogene Mitarbeiter motiviert sind.


Mein Fazit: Die Methode Design Thinking passt nicht nur für Produkt- und Dienstleistungsentwickungen. Es funktioniert auch, wenn der Mitarbeiter der Kunde ist und das Ergebnis die Firma verbessert.


Wo setzt Du die Methode Design Thinking ein, wie sehen Deine Kunden den Einsatz von Kreativmethoden?


#designthinking #mitarbeiterbeteiligung #changemanagement #führung

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