• Frank Waible

Stakeholder Management in Veränderungsprojekten ist überbewertet

Aktualisiert: Mai 2

In den meisten Veränderungsprojekten versteckt sich hinter „Stakeholder Management“ nur eine Worthülse für „Stakeholder Analyse“. Das eigentliche Management, d.h. die Einbeziehung, Pflege und Betreuung der Beteiligten bzw. der Gruppen von Betroffenen, wird intuitive und rudimentär oder gar nicht gemacht.


Ich höre öfters: „… das … haben wir auch durchgeführt“. Wenn ich dann intensiver nachfrage, kommt meist nichts mehr konkretes.

Stakeholder Conversation, Source: Amy Hirschi (Unsplash)

Das „Stakeholder Management“ ist keine „Rocket Sciences“ und es trägt meiner Ansicht nach entscheidend zum Erfolg - oder Misserfolg - für einen Veränderungsprozess bei.


Das ist ähnlich wie im Vertrieb und Marketing. Um erfolgreich zu sein, muss ich meine unterschiedlichen Zielgruppen und Kunden kennen. Ich muss wissen, was sie antreibt, in welcher Lebensphase sind sie, welche Bedürfnisse sie haben, welchen Einfluss sie auf andere haben usw.usw. Darauf baut die Kommunikation und Interaktion mit den Interessenten und Kunden auf.


Im Stakeholder Management gibt es 3 Erfolgsfaktoren, die eine Veränderung positive unterstützen.o

1. Ich muss meine Stakeholder kennen!

Die Analyse, welche meistens noch gemacht wird.

a. Wer ist betroffen?

b. Wie groß ist die Auswirkung durch die Veränderung für den Stakeholder?

c. Welchen Einfluss hat der Stakeholder?

d. Wie groß ist die Unterstützung durch den Stakeholder?

i. Was treibt den Stakeholder an?

ii. Welche Agenda/Bedürfnisse hat der Stakeholder?


2. Welches Ziel habe ich mit meinen wichtigen Stakeholdern?

Die Nutzung und Planung, die ich selten in der Praxis gesehen habe.

a. Welcher Stakeholder oder Stakeholder ist für den Erfolg der

Veränderung wichtig?

b. Wo steht der Stakeholder heute (Analyse Ergebnisse) und wo soll er

in 3/6/9/12 Monaten sein?

c. Welche Maßnahmen sind erforderlich, um die Unterstützung des

Stakeholders zu bekommen?


3. Wie erreiche ich diese Ziele?

a. Je nach Klassifizierung aus der Analyse ergibt sich eine stärkere oder

geringere Zusammenarbeit/Kommunikation.

i. Hohe Auswirkung und starker Einfluss benötigt hohe Einbindung.

ii. Hohe Auswirkung und hoher Widerstand benötigt hohe Einbindung.

... In beiden Fällen muss eine engmaschige Zusammenarbeit stattfinden.


Meine Erfahrungen zeigen, dass die Analyse (also 1.) zumeist noch stattfindet, dass aber die Planung und Nutzung der Ziele (also 2.) selten bis gar nicht mehr stattfinden. Die Einbeziehung der Beteiligten bei der Erreichung der Ziele (also 3.) wird, wenn überhaupt willkürlich und unstrukturiert durchgeführt.


Aus meiner Sicht ist der wichtigste und nachhaltigste Teil der dritte, die Stakeholder einzubinden. Das bedeutet einen Fahrplan mit Maßnahmen für jeden Stakeholder zu haben und diesen abzuarbeiten. Erst durch das regelmäßige Zusammenarbeiten und Kommunizieren kann ich die Ziele für jeden Stakeholder oder Stakeholder Gruppe erreichen.


Welchen Teil findest Du am wichtigsten?


#changemanagement #stakeholdermanagement #leadership


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