• Frank Waible

Räucherstäbchen im Strategie-Workshop

Aktualisiert: Mai 2

Jeder, der schon einmal in einem Strategie-Workshop war, kennt die Programm Punkte:

  1. Wo stehen wir heute?

  2. Was machen unsere Wettbewerber?

  3. Wo wollen wir in 5 oder 10 Jahren sein?

  4. Wie könnten die nächsten Schritte aussehen?

Meistens sind diese Schritte geprägt von Vorträgen, Brainstorming (eventuell mit ein oder zwei Kreativtechniken) und langen Diskussionen in Konferenzräumen (bei denen die Teilnehmer hinter Tischen sitzen). Das Ergebnis ist oft zufriedenstellend für die Teilnehmer.

Beim "wie" man diese Schritte geht, hat man durchaus Spielräume....


In einem meiner letzten Strategie-Workshops, für den Vorstandsbereich, eines Automobilherstellers bekam ich die Rückmeldung eines Teilnehmers, der kurz vor dem Ruhestand war: „das war mit Abstand der beste Strategieworkshop in den letzten 15 Jahren“. Freudig verwundert frage ich, was anders war und er antwortet „wir haben nicht nur zweit Tage diskutiert, sondern wir haben neben der neuen Vision für den Bereich bereits klare, verständliche Erklärungen für die Mitarbeiter, was es bedeutet und einen groben Plan, was wir in den nächsten Monaten anstoßen müssen um weiter zu kommen. In den vergangen Strategie-Workshops hatten wir nur eine Vision und viel drumherum gesprochen, was man tun sollte.“


wikimediaimage auf pixabay

Was habe ich gemacht, dass es für diese erfahrenen Führungskräfte so besonders war:

  • Eingangs dokumentierten die Teilnehmer die IST-Situation, die derzeitige Herausforderungen und Wettbewerbssituation

  • Im zweiten Schritt wurden ein Brainstorming (Ideenfindung) gemacht, welche Themen in der Zukunft für den Bereich wichtig sind.

  • In einem weiteren Schritt wurde die Gruppe in zwei Kleingruppen geteilt und reiste in die Zukunft. Der Auftrag war: Wie sieht ein typischen Arbeitsalltag in 8 Jahren aus, woran erkennen Sie es, dass sie in der Zukunft sind? Welche Entwicklungsschritte habe die Organisation und Sie durchgemacht? Welche alten Zöpfe wurden abgeschnitten? Welche neuen Kompetenzen wurden aufgebaut? Das Ergebnis soll in einem Theaterstück/Sketch später dargestellt werden – keine Powerpoint!

Diesen Schritt fand ich am spannendsten, denn bei meiner Vorstellung über dieses Vorgehens, schauten sich alle Führungskräfte an und dachten: "was soll den der „sch...“. "Theaterspielen oje..." alle schauten Ihren Chef an, in der Hoffnung: "lass diesen Kelch an uns vorüber gehen". Der aber sagte einfach: "lasst es uns probieren."

  • Bei der Vorführung musste die zuschauende Gruppe die verstandenen Kernbotschaften aufschreiben.

  • Diese wurden anschließend konsolidiert, priorisiert und in einem weiteren Schritt mit mehr Bedeutung konkretisiert.

  • Abschließend wurden notwendige Maßnahmen aufgeschrieben, ebenso priorisiert und so weiter.

  • Nach diesen zwei Tagen war das Führungsteam so motiviert, dass sie ein Standup-Video für die Belegschaft drehten, um die im Raum entstandene Motivation und Energie einzufangen.

Zweit Punkte waren wichtig für den Erfolg der Veranstaltung

  • Der Chef, welcher den Ablauf kannte, hat sich auf diesen Prozess eingelassen

  • Die Teilnehmer haben mitgezogen und etwas Neues ausprobiert.

Acht ja, übrigens die Räucherstäbchen spielten eine tragende Rolle in einem der Szenen.


Welche interessanten Strategie Workshops hast Du schon erlebt?

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@2020 by Connecting People Online