• Frank Waible

Methodenpluralismus – Was ist das denn?

In meinem heutigen Beispiel zeige ich, wie man mit einem guten Methodenmix aus unterschiedlichen Modellen eine Management Klausurtagung erfolgreich durchführen kann. Ich denke nämliche, dass es einfach zielführender ist, nicht immer nur einen Ansatz strikt zu verfolgen (z. B. Agiles Arbeiten oder Design Thinking), sondern sich aus unterschiedlichen Methoden das auszusuchen, was bei den gegebenen Herausforderungen am besten funktioniert und eben ergebnisorientiert ist.

Am Beispiel einer Management Klausur mit 20 Bereichsleitern war die Zielsetzung die Ausrichtung der Division für die nächsten 5 Jahre. Die verwendeten Methoden kamen aus den Modellen: Theorie U, Effectuation, Design Thinking, Chance Kurve, Systemisches Coaching und Change Canvas. Jedoch wurde kaum eine Methode in der Veranstaltung genannt und erklärt - nur dort, wo es zweckdienlich war.


Die grundlegende Architektur der Tagung orientierte sich an der Theorie U:

  • Was wissen wir bereits heute?

  • Was können wir über die nahe Zukunft bereits erahnen?

  • Welche Ideen haben wir, um in der Zukunft erfolgreich zu sein?

  • Wie genau könnten erste Prototypen, mögliche Wege sein?

  • Was genau wäre zu tun, um weiterzukommen?

Um ein gemeinsames Bild für die Zukunft in 5 Jahren zu entwickeln, sollten die Bereichsleiter in Gruppen à 5 Personen eine Szene gestalten:


„Wie sieht unsere Zukunft in 5 Jahren konkret aus? Wie arbeiten wir? Was haben wir losgelassen? Was machen wir anders und woran merken wir es?"


Dies wurde als kurzes Theaterstück aufgeführt und die anderen Gruppen machten sich Notizen zum Gesehenen. Welche Aspekte fanden sie wichtig, interessant oder nicht erstrebenswert.


Im Anschluss sollten die Workshopteilnehmenden aus den notierten Aspekten die für Sie wichtigsten Punkte für die Zukunft zusammenfassen und für diese Punkte im Dialog Mitstreiter in der Gruppe finden. Hierdurch wurden automatisch eine Priorisierung der wichtigsten Aspekte für den Bereich geschaffen. Diese Vorgehensweise wurde aus der Effectuation Methode genutzt, aber nicht erläutert. Bevor man zum Ideation Prozess überging, wurden die gemeinsam abgestimmten wichtigsten Punkte nochmals sichtbar dokumentiert.


Nun wurde der Ideation Prozess aus dem Design Thinking genutzt und deshalb explizit erklärt, denn es sollten so viel wie möglich „out-of-the-box“ Ideen generiert werden, wie das zukünftige Bild der Division erreicht werden kann: Was muss getan werden und welche alten Zöpfe müssen abgeschnitten werden?


Ebenfalls erklärt und verwendet wurde die Change Kurve, um herauszufinden, was jeder als Führungskraft tun kann, damit die Mitarbeiter mit der Führungskraft zusammen durch die Kurve gehen: Welches Verhalten als Führungskraft ist förderlich und welches hinderlich?


Abschließend wurde das Change Canvas genutzt, um das Erarbeitete transparent darzustellen und, um daran weiter arbeiten zu können.


Die Rückmeldung der Bereichsleiter war sehr positiv. Auf meine Frage, was den konkret gut war, bekam ich die Antwort; „Weil es nicht viel Theorie war und wir nicht nur diskutiert haben, sondern in Aktion waren.“


Diese schöne Erfahrung hat mir gezeigt, wie wichtig ein guter Ablauf mit einem gelungenen Methodenmix ist. Weniger ist oft mehr - insbesondere, wenn man nicht alle Methoden bis ins Kleinste erklärt.


Welche Erlebnisse hast Du mit dem Methodenpluralismus in Workshops gemacht?


Hier findest Du mehr Informationen zum Change Canvas .

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